In Deutschland sind schätzungsweise bis zu 10 Millionen Menschen von Inkontinenz betroffen. Die Tabuisierung lässt keine genauen Zahlenangaben zu.
Viele Betroffene sprechen ihr Kontinenzproblem nicht an – und leiden stumm.
Jeder von uns kommt inkontinent zur Welt. Doch bereits im frühen Kindesalter wird das „Sauber werden“ antrainiert. Schnell wird den Kindern beigebracht, dass die Körperausscheidungen schmutzig, unangenehm und eklig sind und dass es unanständig ist, darüber zu sprechen. Im Sprachgebrauch sind verniedlichende Worte wie „Pippi“ und „Häufchen“ zu finden.
Sobald wie möglich findet die Ausscheidung hinter verschlossenen Türen statt, unsere Exkremente werden so weit wie möglich verbannt. In den Regalen der Supermärkte finden sich unendliche Produkte, die das stille Örtchen zum Duften bringen – Vanille, Ozean, Frühlingswiese, Rose und viele mehr. Wir kontrollieren die Ausscheidung in und außerhalb unseres Körpers.
Unsere Ausscheidung steht aber auch in direkter Verbindung mit dem Wohlbefinden!
Wie geht es mir,...
- wenn ich mit dem Auto im Stau stehe und ich dringend zur Toilette muss?
- wenn ich unter einer Verstopfung leide?
- wenn ich während des Theaterbesuchs Blähungen unterdrücken muss?
- wenn ich mich zu Hause auf der Toilette in Ruhe entspannen kann?
Was passiert, wenn es zu Störungen im Bereich der Ausscheidung kommt und die Kontrolle über Blase und Darm verloren geht?
Inkontinenz – und jetzt?